Mittwochstalk - Mütter mit pferdeverrückten Töchtern


 

Mittwochs-Talk: „Mütter mit pferdeverrückten Töchtern“

Mütter mit Töchtern haben oft das gleiche Schicksal: die Mädels wollen reiten lernen und natürlich auch so bald wie möglich ein eigenes Pferd / Pony. So war es auch bei uns:

Da ich selbst seit frühester Jugend reite, konnte ich diesen Wunsch zwar gut nachvollziehen, war aber der Meinung, dass der Unterricht auf Schulpferden eine gute Grundlage sei, um einzuschätzen, ob der Wunsch nach Reiten nur eine Übergangsphase oder doch langfristig angelegt ist. Ich glaube nach wie vor, dass, wenn man das Reiten und den Umgang mit „teilweise sehr gewieften“ Schulpferden übersteht, man diesen Sport auch langfristig durchhalten wird. 

So war es auch bei uns: Caro, die trotz eines schmerzhaften Unfalls mit einem Welshpony in frühester Jugend dennoch weiterhin reiten wollte. Sie hat zunächst diverse Schulpferde geritten, bis sie groß genug war, unseren alten Trakehner mitzureiten, bevor sie mit 14 Jahren ihr erstes eigenes Pferd bekam. Christina, die mit unseren Pferden aufwuchs, wollte bereits mit drei Jahren reiten lernen, was ich für viel zu früh hielt. Aber es sollte wohl so sein: als im Kindergarten eine Anzeige: „Bambini-Reiten ab drei Jahren“ hing, haben wir uns das zunächst angeschaut und von da an bin ich mit den Mädels tatsächlich einmal die Woche   30 min lang mit Christina zum Ponyreiten gefahren. 

Als Caro schließlich ihr erstes Pferd, einen jungen Hannoveraner „Sarando“ bekam, stellte Christina mich mit ihren 8 Jahren vor die Wahl: „entweder einen Hundewelpen oder ein Pony“ … Durch Zufall wurde uns eine 3jährige hübsche - allerdings noch rohe - Ponystute angeboten, die wir dann tatsächlich kauften. Zunächst wurde sie von Caro eingeritten, was von spektakulären Flugübungen begleitet wurde, die mir als Mutter doch einige Schrecken und Zweifel an der Kindertauglichkeit eines so jungen Ponys bereiteten. Mit Liebe und Geduld gelang es tatsächlich, dass Christina mit „Daisy“ und Caro als Begleitung erfolgreich in der Führzügelklasse starten konnten. 

Sowohl Caro mit ihrem Pferd als auch Christina mit ihrem Pony schnupperten so ihre erste Turnierluft und damit begann für uns alle ein neuer Lebensabschnitt - und mein Nebenjob als „TT“: ungezählte Wochenenden mit zwei aufgeregten Töchtern und manchmal auch nervösen Pferden / Ponys auf regionalen und später überregionalen Turnieren. 

Als Christina zwangsläufig größer wurde und Daisy leider zu klein blieb, kam ein neues Pony in die Familie: „Goldi“, mit dem es sogar zu größeren Übernachtungsturnieren, wie Bundeschampionaten bis zu internationalen Prüfungen ging. Unser PKW und der Pferdeanhänger waren immer derart bepackt, als würden wir 2 Wochen mit 5 Personen nach Südfrankreich zum Campen fahren - aber meist waren es nur 3 Tage irgendwo in Deutschland. Auch wenn solche Turniere oft stressig sind und gute Nerven vom „Begleitpersonal“ erfordern, so machen sie doch am meisten Spaß und man lernt Orte und Gegenden kennen, von denen man vorher noch nie gehört hat …  

Resümee: Als Mutter reitender Töchter braucht man insbesondere Organisationstalent, hohe Flexibilität, Einfühlungsvermögen, viel Geduld, Coach-Qualitäten, Butler-Befähigungen, Handy-, Kamera- und Social Media Kenntnisse sowie vor allem gute Nerven … 

In diesem Sinn wünsche ich allen Müttern und Töchtern eine erfolgreiche Saison im kommenden Jahr!  LG SGB

Kommentar schreiben

Kommentare: 0